Geschichte Hornussen

Hornussen ist ein Schlagspiel, dessen Wurzeln tief in die Vergangenheit reichen. Die Grundform des Hornussens liegt jedoch im Dunkeln der Geschichte. Es wird vermutet, dass das Hornussen aus einem antiken Kriegsspiel hervorgegangen sein könnte, bei dem es darum ging, eine Stellung gegen anfliegende gegnerische Geschosse zu verteidigen.

Der Ursprung des Hornussens liegt nicht im sportlichen Bereich, sondern war früher Ausdruck gesellschaftlicher Auseinandersetzungen. Differenzen zwischen Dorfteilen oder Nachbardörfern wurden durch einen Wettkampf ausgetragen.

1625 wird erstmals das Hornussen im Emmental erwähnt. Aber auch im Alpengebiet, etwa in Grindelwald, im Wallis und Graubünden oder im Flachland wurde im 17. und 18. Jahrhundert eifrigst gehornusst, auch wenn das Spiel von Ort zu Ort andere Bezeichnungen hatte. Die erste ernstzunehmende Erwähnung des Hornussens als Nationalspiel steht in der berähmten Schilderung von Jeremias Gotthelf (Pseudonym für den Dichter und Pfarrer Albert Bitzius, 1797 - 1854) im Roman «Ueli der Knecht». Einst ging es beim Hornussen darum, einen Flugkörper (Knochen, Wurzelstock) mit einer festen Gerte in ein Zielfeld zu schlagen. Die Gegnerschaft versuchte, das Geschoss mit hochgeworfenen Schindeln zu stoppen.

Mit der Gründung des Eidgenössischen Hornusserverbandes 1902 entstanden für das Hornussen national verbindliche Regeln. Das erste Eidgenössische Hornusserfest fand 1903 mit 24 teilnehmenden Gesellschaften und ca. 500 Hornussern in Heimiswil statt.

Das traditionsverbundene Spiel entwickelte sich zum Sport. Mit der Einführung der Schweizer Meisterschaft im Jahr 1992 mit verschiedenen Ligen und Gruppen erfolgte ein wichtiger Schritt Richtung Spitzensport. Die zum Spielen benötigten Geräte wurden immer wieder weiter entwickelt und verbessert.

Die Faszination des Hornussens liegt nicht nur in der Kraft und Technik des Schlagens oder dem Mut und der Schnelligkeit des Abtuns. Sie liegt darin, dass bei allem Wandel Werte wie Gemeinschaftlichkeit, Zusammenhalt, Kameradschaft aber auch faires sportliches Verhalten Eckwerte des Hornussens geworden und geblieben sind. Es ist die harmonische Mannschaft, das Kollektiv, das Erfolg verspricht.

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Geschichte HG Thun

Beginn der Hornussergesellschaft Thun
1904 Gründung Hornussergesellschaft Thun, erster Spielplatz auf der "Velomatte" (heutiger Bahnhofplatz).
1905 Bewilligung der eidg. Liegenschaftsverwaltung für das Spielfeld auf der Thuner Allmend entlang der Rüttlistrasse
1906 Beitritt Eidgenössischer Hornusserverband
1921 Beitritt Emmentalischer Hornusserverband
Bau der Panzerhallen zu Beginn der 70er Jahre und damit Verschiebung des Standortes auf das heutige Spielfeld.

 

Hornusserfeste auf der Thuner Allmend
2016 Emmentalisches und Interkantonales Nachwuchshornusserfest
2013 Emmentalisches und Interkantonales Nachwuchshornusserfest
2013 Eidgenössischer Gruppenmeisterschaftsfinal
2006 Emmentalisches und Interkantonales Junghornusserfest
2004 Jubiläums-Hornusserfest 100 Jahre Hornussergesellschaft Thun                                                             
1998 Emmentalisches Junghornusserfest
1996 Emmentalisches und Interkantonales Junghornusserfest
1978 Emmentalisches Hornusserfest
1960 18. Eidgenössisches Hornusserfest
1933 10. Eidgenössisches Hornusserfest
1922 1. Emmentalisches Hornusserfest
1912 5. Eidgenössisches Hornusserfest

In den letzten Jahren organisierten die Thuner Hornusser jeweils im Zweijahresturnus die Gruppenmeisterschafts-Ausscheidung des Emmentalischen Hornusserverbandes (ca. 120 Gruppen à 6 Mann).

 

Sportliche Erfolge
2015 1. Rang: Eidgenössisches Nachwuchsfest in Wynigen-Rumendingen (NW-Mannschaft)
2015 3. Rang: Emmentalische Nachwuchsmeisterschaft (NW-Mannschaft)
2014 1. Rang / 2. Stärkeklasse: Interkantonales Fest in Biel-Schwadernau (A-Mannschaft)
2013 3. Rang / 2. Stärkeklasse: Interkantonales Fest in Bollodingen-Bettenhausen (A-Mannschaft)
2012 2. Rang / 8. Stärkeklasse: Eidgenössisches Fest in Lyss (B-Mannschaft)
2011 3. Rang / 4. Stärkeklasse: Emmentalisches Fest in Rüderswil (B-Mannschaft)
2010 4. Rang / 2. Stärkeklasse: Interkantonales Fest in Rüdtligen-Alchenflüh (A-Mannschaft)
2008 2. Rang / 4. Stärkeklasse: Emmentalisches Fest in Oschwand-Biembach (B-Mannschaft)
2008 3. Rang / 2. Stärkeklasse: Emmentalisches Fest in Oschwand-Biembach (A-Mannschaft)
2001 2. Rang / 2. Stärkeklasse: Interkantonales Fest in Büren zum Hof
1996 2. Rang / 2. Stärkeklasse: Interkantonales Fest in Lotzwil
1995 2. Rang / 2. Stärkeklasse: Interkantonales Fest in Hintermoos-Reiden
1992 1. Rang / 3. Stärkeklasse: Interkantonales Fest in Wichtrach
1992 1. Rang / 3. Stärkeklasse: Emmentalisches Fest in Alchenstorf
1987 3. Rang / 2. Stärkeklasse: Interkantonales Fest in Urtenen
1982 4. Rang / 2. Stärkeklasse: Eidgenössisches Fest in Belp
1977 3. Rang / 1. Stärkeklasse: Interkantonales Fest in Lotzwil
1971 1. Rang / 2. Stärkeklasse: Eidgenössisches Fest in Ersigen
1964 2. Rang / 2. Stärkeklasse: Interkantonales Fest in Aeschi
1959 2. Rang / 2. Stärkeklasse: Interkantonales Fest in Limpach
1921 6. Rang: Eidgenössisches Fest in Solothurn